Die Klasse 6b nahm an zwei Vormittagen der letzten zwei Schulwochen im November an dem in den Niederlanden gegründeten GIPS S&L-Projekt teil. Die Abkürzung GIPS S&L steht für „Gehandicapten Informatie Project Scholen Spelen & Leren“, zu Deutsch: „Gehandicapten Informationsprojekt in Schulen durch Spielen und Lernen“. Trotz anfänglicher Ungewissheit der Schülerinnen und Schüler, was sie dort erwarte – und vor allem wer sie dort erwarte – wurde das Projekt ein voller Erfolg. Dank des barrierefreien Zugangs zur Aula, aber ganz besonders aufgrund der sofortigen Hilfsbereitschaft aller Schülerinnen und Schüler, war der Aufenthalt der insgesamt 6 gehandicapten Coaches in unserem neuen Schulgebäude kein Problem. So wurde zum Beispiel erstmals von dem neuen Rollstuhllift Gebraucht gemacht.

Von anfänglicher Skepsis war sofort keine Spur mehr – die Schülerinnen und Schüler waren wissbegierig und hätten dem GIPS-Team am liebsten sofort bei dem ersten Aufeinandertreffen alle Fragen gleichzeitig gestellt. Was die Schülerinnen und Schüler allerdings als erstes lernten, war der von Herrn Horst Boltersdorf genannte Slogan: „Wir wollen kein Mitleid, sondern Mitfreude!“ getreu dem Motto: „Wir vollen wie normale Menschen behandelt werden“. Dieses Gefühl erhielten die Gehandicapten zu jedem Augenblick beider Tage.

Im Rahmen des Projekts konnten die Schülerinnen und Schülern erfahren, welche verschiedenen Handicaps es gibt und wie Menschen, die ein solches Handicap haben, ihren Alltag bewältigen. So wurde beispielweise einmal Rollstuhl gefahren, Blindenschrift geschrieben, erste Ausdrücke in Gebärdensprache gelernt, sich mit dem Blindenstock zurechtgefunden oder Parkinson imitiert. All dies bereitete den Schülerinnen und Schülern sichtlich Spaß. Einige sagten zwar: „Es ist schon komisch, im Rollstuhl zu sitzen, das ist gar nicht so einfach.“ Andere wiederum waren hellauf begeistert von der Kunst mit dem Umgang mit dem Blindenstock und wiederum andere hatten vollsten Respekt vor der Kommunikation in Gebärdensprache. Jeder von ihnnen war auf eine ganz andere Art und Weise fasziniert. Doch zusätzlich zur Freude und den netten Gesprächen war das wichtigste Ziel bei den Schülerinnen und Schüler Akzeptanz für all diese Menschen in der Gesellschaft zu schaffen und Vorurteile vollständig abzubauen. Gerade in der heutigen Zeit, in einer Gesellschaft, in der Inklusion ein zunehmend zentraleres Thema wird und an der Gesamtschule Würselen bereits ist, ist es wichtig, dass Vorurteile im zwischenmenschlichen Miteinander keine Rolle mehr spielen und Anderssein völlig in Ordnung ist. Um dieses Verständnis zu fördern, hatte jeder die Chance , Fragen an die gehandicapten Coaches zu stellen. Dabei war völlig irrelevant, wie persönlich die Frage auch ist, es wurde alles in einer ganz entspannten Atmosphäre beantwortet. Keiner schämte sich, das zu fragen, was er oder sie wissen wollte.

Angesichts der Feedbackrunde am Ende der beiden Vormittage zeigte sich deutlich, dass das Projekt ein voller Erfolg war und die Schülerinnen und Schüler ein positiv gestärktes Bild von Anderssein erhalten haben.

Wir bedanken uns herzlich beim GIPS-Team und sagen : Hoffentlich bis bald, es war sehr schön mit euch!

L. Sonntag

Teilnahme am GIPS S&L-Projekt