Zeit für Andere ist das Motto eines neuen Projekts der Jahrgangstufe 9. Hier können die Schülerinnen und Schüler entdecken wie bereichernd es ist, die persönlichen Fähigkeiten in den Dienst anderer Menschen zu stellen und sich ehrenamtlich für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Dieses Projekt ist angegliedert an die Service Learning-Initiative „sozialgenial“, die vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW unterstützt wird.

Ausgehend von der Frage „Was kann ich gut, was anderen nützt?“ haben sich die Neuntklässler in den vergangenen FL-Stunden damit auseinandergesetzt, welche tollen Qualifikationen sie, auch unabhängig von ihren schulischen Leistungen, mitbringen und damit anderen Gutes tun können. Kochen, backen, zeichnen, zuhören, Handball spielen, kräftig sein und mitanpacken können, bei der Bedienung des Smartphones helfen… – viele Qualitäten, die gebraucht werden.

Da das Projekt vor allem auf praktische Erfahrungen abzielt, waren Ehrenamts-Experten eingeladen. Am Mittwochnachmittag, 26.2.2020, besuchten uns 23 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler aller Altersklassen unterschiedlichster Einrichtungen und Vereine aus Würselen und der Region: Messdiener bewegen was! Pfarrei St. Sebastian, NABU e.V. StädteRegion Aachen, Reittherapiezentrum Abenteuerland Stolberg, Senioren- und Pflegezentrum St. Antonius Würselen, Städtepartnerschaft Würselen-Réo-Morlaix, Türöffner e.V., VfR Würselen, Wadadee Cares e.V. Wer kann besser als sie den Jugendlichen live und überzeugend vom Ehrenamt berichten?

Häufiger gestellte Fragen lauteten: „Warum machen Sie genau das?“, „Warum arbeitet man eigentlich auch noch in seiner Freizeit, und dann sogar unentgeltlich?“, „Was hat man davon?“, „Was ‚kriegt‘ man dafür?“ „Gibt es eine andere Art von Entlohnung als Geld?“, „Wie sind Sie zu genau dieser Ehrenamts-Sache gekommen?“.

Häufige Antworten waren: „Meine Ehrenamts-Tätigkeit ist ja keine Arbeit, sondern das macht mir Spaß, ich empfinde das nicht als Arbeit.“, „Die Menschen, denen ich im Ehrenamt begegne, sind meine Freunde geworden.“, „Da wo ich mich einsetze, herrscht eine so familiäre Atmosphäre, da fühle ich mich zuhause.“, „Es macht mir Spaß, weil ich da Gemeinschaft erlebe.“, „Obwohl ich nicht so gute Noten wie meine Mitbewerberin hatte, habe ich die Arbeitsstelle bekommen, ausschlaggebend dafür waren meine ehrenamtlichen Tätigkeiten.“. „Arbeitgeber achten nicht nur auf Noten, sondern mit dem Nachweis über dein Ehrenamt kannst du auch auf dem Arbeitsmarkt und bei der Bewerbung um einen Studienplatz punkten.“

Auf den Punkt gebracht: weil…

  • es Spaß macht,
  • man etwas erreichen will,
  • man innere Befriedigung erfährt,
  • den eigenen Horizont zu erweitern,
  • man mit Pluspunkten bei Arbeitgebern auftrumpfen kann,
  • man Lebenserfahrung als Belohnung gewinnt,
  • man anderen Menschen helfen kann,
  • man Dankbarkeit der Menschen erfährt, denen man hilft, z. B. bei Besuchen oder Ausflügen im Seniorenheim oder in der Kinder- und Jugendarbeit,
  • man Kindern in Entwicklungsländern Zugang zur Bildung garantieren kann,
  • man in strahlende Augen blickt!
  •  man durch das Ehrenamt Freundschaften schließen kann.

Gute Gründe, ein Ehrenamt zu übernehmen! In den nächsten Projektstunden wird es für unsere Neuntklässler darum gehen, zu dem, was man gut kann und einem Spaß macht, ein Ehren-Amt zu finden, in dem man Zeit für andere/für eine gute Sache, die allen dient, verschenken kann. Selbstverständlich nutzten einige Jugendliche diese erste Gelegenheit, Kontakte zu Vor-Ort-Experten zu knüpfen.

Auch an dieser Stelle danken wir allen unseren Gästen sehr für ihre Zeit und Bereitschaft, mit unseren Schülerinnen und Schülern in einen Austausch zu kommen. Es war toll, dass Sie dabei waren – das ist auch das Feedback unserer Schülerinnen und Schüler!

 

Irene Walendzik

Projektkoordinatorin

Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler zu Besuch bei uns